7 Tipps für den Start ins Cross Border eCommerce

Erstellt von Silke Reimers |

66% der Online Shopper weltweit kaufen international ein. Der Online Marktplatz Amazon.de unterstützt diesen Trend beispielsweise und ist mittlerweile auf Englisch, Niederländisch und Polnisch verfügbar. Du willst Cross Border eCommerce auch für deinen Online Handel? Wir sagen dir, was du beachten musst, wenn du dein eCommerce auf das internationale Parkett ausweiten möchtest.

In der Pitney Bowes Studie wurden in 13 Ländern insgesamt 13.000 Verbraucher nach ihrem Online Shopping Verhalten befragt. Besonders aktiv im Bereich des sogenannten Cross Border Shoppings sind Singapur (89%), Australien (86%) und Hongkong (85%). Deutschland liegt mit 63% im Mittelfeld. Die meisten befragten Verbraucher gaben an, dass sie von günstigeren Preisen im Ausland profitieren möchten und Artikel erhalten, die es im eigenen Land nicht gibt. 63% Prozent der Verbraucher äußerten sogar, dass sie gezielt Produkte online kaufen, die sie im Ausland auf Geschäftsreisen oder im Urlaub erworben haben.

Im internationalen Online Handel verbirgt sich ein großes Potenzial. Wenn du deine Handelsaktivitäten ebenfalls globaler ausrichten und deinen Online Shop in mehreren Ländern etablieren willst, musst du zuvor einige Punkte beachten. Schließlich verfügt jedes Land über spezielle gesetzliche Vorgaben und kulturelle Besonderheiten. Wir haben dir sieben Punkte zusammengestellt, auf die du achten musst, wenn du dich internationaler aufstellen willst.

1. Marktanalyse

  • Welchen Marktsteuerst du an?
  • Welchen Produktbedarf findest du am Zielmarkt?
  • Wie sieht die Zielgruppe aus?
  • Kennst du deine Mitbewerber vor Ort?
  • Welche sprachlichen und kulturellen Hürden triffst du an?
  • Auf welchem Stand ist die technologische und logistische Infrastruktur?
  • Wie ist die wirtschaftliche Situation, das Währungssystem, das Rechtssystem (Anpassung von Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung, Versand- und Zahlungsinformationen)?

Tipp: Zum Start deines Expansionsbestrebens ist es sinnvoll, erst einmal Länder mit geringem sprachlichen und kulturellen Unterschied anzusteuern. Hier sammelst du ohne großes Risiko wertvolle Erfahrungen.

2. Lokalisierung

  • Prozesse und Systeme an den Zielmarkt anpassen.
  • Nutze die IT-Infrastrukturen vor Ort (z.B. Content Delivery Network).
  • Gestalte den Warenversand am Zielmarkt nachvollziehbar.
  • Passe deinen Online Shop ans Land an und beachte die lokalen Besonderheiten wie Mengeneinheiten und Größenangaben. Auch Verpackungseinheiten können sich vom deutschen Markt unterscheiden.

Tipp: Lass alle Informationen in deinem Shop von einem Muttersprachler gegenlesen. Er beurteilt am besten, ob dein Text gut verstanden wird und ob er frei ist von ungewollten Stolperfallen.

3. Marketing

  • Wahre deine Corporate Identity auch bei internationalen Aktivitäten, das stärkt deinen Wiedererkennungswert.
  • Wahl der Domain: Nutze deinen Markennamen mit Ergänzung der entsprechenden Top-Level-Domain (x-shop.de, x-shop.com, x-shop.se) oder eine Domain mit Umschaltfunktion zur jeweiligen Sprache (x-shop.com/de, x-shop.com/en) oder eine eigene Sub-Domain (de/ x-shop.com, en/ x-shop.com).
  • Plane eine internationale SEO- und SEA-Strategie.
  • Beachte lokale Suchmaschinen (Russland: Yandex, China: Baidu).

Tipp: Informiere dich am besten bei einer Reise im Zielland über lokale Vorlieben und kulturelle Besonderheiten in der Produktpräsentation.

4. Payment

  • Beachte die Preisangaben in der lokalen Währung.
  • Informiere dich über das bevorzugte Bezahlsystem.
  • Finde heraus, welche landesspezifischen Zahlungsarten es gibt.
  • Informiere dich über Zölle (bei Export), Steuern, Gebühren. 

Tipp: Full-Service Paymentdienstleister bieten komplette Pakete zur Integration in den Shop.

5. Shop-Organisation

  • Einrichten einer zentralen Warenwirtschaft.
  • Mehrsprachige Artikelbeschreibungen mithilfe des Produkt Informations Managements (PIM) verwalten (Texte, Bilder, Produktdaten, Verkaufsargumente, Maßeinheiten). Diese Funktion ist in reybex integriert.

Tipp: Beachte Besonderheiten in der Artikelbezeichnung. Auch im deutschsprachigen Nachbarland kann es erhebliche Unterschiede geben. Das führt dazu, dass deine Artikel nicht gefunden werden. Größenangaben und Mengeneinheiten können ebenfalls unterschiedlich sein.

6. Logistik

  • Lokalen oder internationalen Logistikpartner wählen.
  • Zollbestimmungen beachten. Weise bei Exportgeschäften darauf hin, dass weitere Zölle, Steuern, Gebühren anfallen können (Recherche und Zahlung liegen beim Empfänger).

Tipp: Lokale Speditionen kennen die Begebenheiten vor Ort am besten.

7. Service

  • Regle deine "Vor Ort Erreichbarkeit".

Tipp: Setze für deinen Kundenservice Muttersprachler ein oder lass deine Kunden direkt in einem Callcenter im jeweiligen Land betreuen.

Fazit

Wenn du internationaler werden willst, triffst du den Nerv der Zeit. Außerdem steckt im Cross Border eCommerce ein enormes Wachstumspotenzial, vorausgesetzt, der Zielmarkt weist einen Bedarf für deine Artikel auf. Eine übereilte Expansion könnte zum Desaster werden. Daher musst du dir deinen Zielmarkt genau anschauen und deine Prozesse an die Begebenheiten vor Ort anpassen. Das ist zunächst mit einigen Investitionen verbunden. Daher ist es ratsam, erst einmal in Deutschland ein stabiles Standbein auszubauen, bevor es aufs internationale Parkett geht. Wenn du dann erste Gehversuche in deutschsprachigen Nachbarländern startest, kannst du sehr gut und relativ risikoarm Erfahrungen im Cross Border eCommerce sammeln. Wenn du auf sicheren Füßen stehst, weite deine internationalen Geschäfte aus.



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