In 10 Schritten zur Mobile-Shopping-Strategie

Erstellt von Silke Reimers |

Wusstest du, dass in Europa 50 Prozent der Online-Shopper über ihr Smartphone einkaufen? Spätestens jetzt wird dir bewusst, wie wichtig eine Mobil-Strategie für deinen Onlinehandel ist? Keine Sorge, dafür ist es noch nicht zu spät. In unserem 10 Punkte-Plan erfährst du, wie du dich und deinen Onlinehandel gut auf den Mobil-Trend im Shopping vorbereitest.

Mit Online mehr Handel – Überleben im Haifischbecken

Der Onlinehandel gehört im Einzelhandel zur Grundausstattung. Wer sich behaupten will, braucht eine solide Omnichannel-Strategie mit einem ausgewogenen Mix an Kommunikations- und Vertriebskanälen. Dazu gehört eine mobile Vertriebsstrategie, die das nahtlose Einkaufserlebnis abrundet. Nur über einen gesunden Mix erwirtschaftest du die notwendigen Umsätze. „Zu viel Aufwand“, beklagen einige Einzelhändler, „Pflichtprogramm im Wettbewerb“, zeigen die aktuellen Statistiken. Die Anzahl der Omnichannel-Kunden liegt bei Omnichannel-Händlern bei 7 Prozent.  Erstaunlicherweise erzielen sie mit diesen 7 Prozent ihrer Kunden durchschnittlich 27 Prozent ihres Gesamtumsatzes. Mit anderen Worten: Kunden, die viele Vertriebskanäle gleichzeitig nutzen, kaufen viel bei ein und zeigen offenslichtlich eine erhöhte Treue zum Händler. Das ergab eine Erhebung der Criteo SA im 4. Quartal 2017.

Mobile-Shopping spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die Zahl der Verkäufe über mobile Endgeräte - insbesondere Smartphones - steigt stetig an.

Mit Mobile-Shopping auf die Überholspur

Schnell, einfach und überall - Verkäufe über das Smartphone sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Onlinehandels. Im Vergleich zu Q4/2016 stieg die Mobile-Shopping-Rate in Europa 2017 um 21 Prozent. Die Erhebung der Criteo SA ergab, dass im 4. Quartal 2017 in Europa 50 Prozent der Online-Verkäufe über Desktop-Rechner und 50 Prozent über mobile Endgeräte getätigt wurden. Wer 2017 eine Mobile Shopping App anbot, erwirtschaftete im Schnitt 44 Prozent der Online-Umsätze allein über die Mobile-App (der Anteil der Umsätze aus dem mobile Web lag bei 23). Die Conversion-Rate bei den Verkäufen in einer Mobile App ist sogar dreimal höher als beim Mobile Web.

Das Signal ist deutlich: Online-Shopper kaufen verstärkt mobil ein. Vor allem Shopping-Apps erhöhen die Verkaufszahlen. Betrachten wir Nord Amerika, zeichnet sich dort ein noch deutlicheres Bild ab: Onlinehändler, die eine Shopping App bereitstellten, erwirtschafteten im letzten Quartal 2017 sogar 67 Prozent ihres Umsatzes über mobile Endgeräte.

Für dich heißt das konkret, dass du schnell handeln musst, falls du noch keine Mobil-Strategie für dein Handelsunternehmen hast. Es kommt insbesondere darauf an, wie du diese in deinen Omnichannel-Mix einbindest und jeden Vertriebskanal clever miteinander verzahnst.

So erarbeitest du dir in 10 Schritten deine Mobil-Strategie

Eine gut durchdachte Mobil-Strategie geht weit über die Optimierung der Shopseite für mobile Endgeräte hinaus. Wir zeigen dir in 10 Punkten, wie du deine Verkaufsstrategie gezielt für „Mobile-Shopper“ aufstellst.

1. Responsive Shop-Seiten

Kümmere dich darum, dass dein Online Shop responsiv ist. Das bedeutet, die Seiten passen sich an das genutzte Endgerät an. Entwerfe deine Seite also zunächst für die mobile Nutzung und schaue dann, wie sie auf dem Desktop-Rechner aussieht. Dort wird sie in jedem Falle auch funktionieren.
Mobile Endgeräte haben kleinere Displays. Optimiere die Bilder und Schriften, sodass sie nahtlos skalierbar sind.

  • Halte die Bildergrößen so klein wie nur möglich. Dauern die Ladezeiten zu lange, werden Interessenten schnell ungeduldig und springen vorzeitig ab.
  • Kleine Displays – kleine Menüstruktur. Reduziere dich auf eine einfache Navigationsstruktur mit max. 2 bis 3 Hierarchie-Ebenen.
  • Halte die Einzelseiten kurz, niemand scrollt gerne auf einem Smartphone.
  • Fasse einzelne Ladeanfragen zusammen (z.B. CSS- und Javascript-Dateien lokal und in einem zusammengefassten Dokument zur Verfügung stellen).
  • Verwende Software, wie beispielsweise AMPP (Accelerated Mobile Pages Project). Mobile Seiten werden in den Speicher geladen und stehen schneller zur Verfügung.
  • Mobile Endgeräte haben kleinere Displays. Optimiere die Bilder und Schriften, sodass sie nahtlos skalierbar sind.

2. Optimierte User-Experience durch ständige Optimierung

Optimiere deine Seite auf die 20 aktuell am häufigsten genutzten Smartphones bzw. mobile Endgeräte. Sorge dafür, dass deine Shop-Seite auf verschiedenen Geräten gut lesbar ist! Überprüfe auch die Lesbarkeit im Hoch- und Querformat und führe deine Tests auf verschiedenen Geräten regelmäßig durch.

3. Geschäftsinformationen verlinken

Halte alle Informationen, die für den Verkauf irrelevant sind, auf weiterführenden Seiten bereit. Eine Verlinkung auf diese Seite genügt. Dazu gehören zum Beispiel die Unternehmensinformationen, Verlinkungen von Telefonnummern, nächstgelegene Filiale, Kartendienste usw.

4. Einfache Suche

Achte auf eine gut nutzbare Suchfunktion, die beim Scrollen immer sichtbar und einsatzbereit ist.

5. Sichtbarkeit von Warenkorb und Preis

Achte darauf, dass der Warenkorb und deine Preise gut sichtbar sind, denn dies sind die offensichtlichsten Informationen, nach denen ein Kunde fragt: Wie viel habe ich bereits und wie viel kosten die Artikel?

6. Erhöhe den Spaßfaktor

Biete deinen Kunden Kaufanreize durch Belohnungssysteme. Dazu gehören zum Beispiel Belohnungen für Weiterempfehlungen oder Prozente für den nächsten Einkauf ab einer bestimmten Summe. Eine weitere wichtige Komponente ist die Bereitstellung von Fotos und Videos von Kunden. Authentische Erfahrungsberichte erhöhen das Vertrauen in deine Angebote.

7. Biete nahtlose Zahlungsabläufe

Nahtlose Zahlungsabwicklungen verringern die Absprungrate.

  • Achte auf die Benutzerfreundlichkeit (verwende gut lesbare Schriften, nutze touchfreundliche Bedienelemente ohne Hovereffekte, setze hohe Farbkontraste ein).
  • Je weniger Daten einzugeben sind, desto besser
  • Wenig Ablenkung, Konzentration auf den Bezahlprozess (z.B. Entfernen der Shop-Navigationsleiste aus der Ansicht)
  • Zahlungen als Gast ermöglichen oder ganz einfach per Social Login
  • Schnelle und einfache Bezahlfunktionen anbieten (z.B. per PayPal Express oder demnächst Apple Pay) sowie One-Click Check-out

8. Biete deinen Kunden echtes Omnichannel

Verzahne traditionelles Einkaufen im Ladengeschäft mit mobile Shopping Angeboten. Damit erhöhst du deine Umsätze, die Kundentreue und das Serviceerlebnis.

9. Personalisierte Ansprache

Zu den wichtigsten Marketing-Maßnahmen deiner Mobile-Shopping-Strategie gehört die Integration von User Generated Content auf den Produktseiten und die Breitstellung von personalisierten Inhalten. Die Platzierung des richtigen Inhalts wirkt positiv auf die folgende Kaufentscheidung.

10. Mobil-Geräte fürs Verkaufspersonal

Nichts ist peinlicher als Kunden, die deinem Verkaufspersonal im Laden die letzten Neuigkeiten über deine Angebote auf ihrem Smartphone vorlesen. Statte deine Angestellten daher mit mobilen Endgeräten aus. So gelingt eine schnellere Auskunft über Artikel, Bestände, Angebote und Empfehlungen. Das erhöht außerdem die Chance zu Cross- und Upselling Verkäufen.


Ausblick: Progressive Web Apps - Die nächste Evolutionsstufe im Mobile-Shopping?

Seit 2015 gibt es die Progressive Web Apps (PWA). Sie stellen eine Art Hybrid zwischen einer mobil-optimierten Website und einer nativen App dar und bieten insbesondere für den Onlinehandel große Chancen. PWA sind vor allem eins: Schnell! Schließlich gilt: Wenn es um die Aufmerksamkeit der Kunden geht, zählt jede Sekunde! Einer Studie der Akamai Technologies, Inc. von April 2017 zufolge kostet eine Verzögerung der Ladezeit im Onlineshop von 100 Millisekunden 7 Prozent der Conversion-Rate. Rund 53 Prozent der Besucher einer mobilen Website verlassen die Seite wieder, wenn der Ladeprozess länger als 3 Sekunden andauert. Behalte daher die Entwicklung der PWA im Blick und rüste rechtzeitig darauf um.

Die Nutzung von PWA ist übrigens auch offline möglich, was sie zu kleinen Conversion-Wunderwaffen macht. Fällt beispielsweise in der U-Bahn kurz das Mobile Web aus, kann der Kaufabschluss dennoch erledigt werden. Das funktioniert, weil sogenannte „Service Workers“ im Hintergrund wiederkehrende Elemente der Seite speichern und ressourcenschonend aus dem Browser-Cache abrufen. PWA sind HTTPS gesichert, sie laufen geräteunabhängig auf jedem Smartphone und sind für die Suchmaschine optimiert. Auf Wunsch können PWA dem Home-Screen hinzugefügt werden, ohne sie im App-Store herunterzuladen. Das macht sie im Zuge der DSGVO attraktiv und kompatibel, denn PWA können nicht auf alle Gerätefunktionen zugreifen. Marketingstrategisch ist das der Idealfall, da die Marke direkt auf dem Smartphone platziert und jederzeit greifbar ist. Bei nicht erfolgtem Warenkorbabschluss können automatisiert Push-Nachrichten versendet werden, die an den Kauf erinnern. Einziger momentaner Nachteil: Noch unterstützen nicht alle mobilen Web-Browser PWA. Die flächendeckende technologische Umsetzung folgt allerdings in Kürze.

Der Druck auf den Einzelhandel in Richtung einer strategischen Ausweitung auf das Mobile-Shopping wächst. Mobil, schnell, kanalübergreifend und einfach, das sind die Kundenanforderungen an den Handel der Zukunft. Wer jetzt das mobile Shoppingerlebnis in seine Omnichannel-Strategie einbaut, bleibt weiterhin für seine Kunden attraktiv und hat alle Optionen für positiven Wachstum.

 

Welche Shop-Software nutzt du? reybex bietet Schnittstellen zu vielen großen Onlineshops, die sich auch für eine Mobile-Shopping-Strategie eignen. Hier findest du eine Übersicht über die eingebundenen Schnittstellen.

 

 

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