10 Tipps für deinen Start ins Dropshipping

Erstellt von Silke Reimers |

Dropshipping ist wie der Heilige Gral des Handels: Du verdienst dein Geld im Schlaf und andere erledigen die Arbeit. „Träum weiter!“, sagen Zweifler. „Stell es richtig an und bleibe realistisch!“, sagen wir! Richte dich darauf ein, dass du zu Beginn viele Probleme lösen musst. Ein kaufmännisches Grundwissen als Basis schadet auch nicht. Hier findest du für den Anfang typische Hürden und Ideen für Lösungswege.

Echte Dropshipping-Partner finden

Dropshipping beginnt mit der Suche nach guten Partnern, sprich: Großhändler, die die Lagerung und den Versand der Artikel für sich übernehmen. Zugegeben: Echte Dropshipping-Partner findest du nicht an jeder Straßenecke. Mit anderen Worten: Deine Recherche wird ein hartes Stück Arbeit. Für Großhändler ist Dropshipping neben ihren Großaufträgen meist nur ein lukratives Zusatzgeschäft. Daher wirst du bei seriösen Anbietern kaum Websites finden, die auf Dropshipping-Partnerschaften optimiert sind. Ihr Schwerpunkt liegt einfach ganz woanders. Das ist deine Gelegenheit, ein bisschen Kreativität bei deiner Suche zu beweisen. Für den Anfang haben wir dir ein paar Tipps zusammengestellt:

1.    Spezialisiere dich.

Überlege dir, auf welche Artikel-Sparte du dich spezialisieren möchtest. Sinnvoll sind Waren, die es nicht in jedem Supermarkt zu kaufen gibt und für die es viele Zubehörteile gibt. Günstig ist auch der Hobby-Bereich. Dafür geben Menschen gerne und regelmäßig ihr Geld aus.

2.    Recherchiere gründlich.

Deine Dropshipping Partner findest du am besten durch händische Recherche auf Portalen wie „Wer-liefert-Was“, „B2B Verzeichnis der „Gelben Seiten“, „BDI Einkaufsdatenbank - Die Deutsche Industrie“, Amazon oder Aliexpress. In Shopware ist die Suche nach Dropshipping-Dienstleistern im Community Store sogar bereits integriert. Gib eine Sparte ein und du erhältst sofort die ersten Ergebnisse.

Übrigens: Branchenmessen sind ein Tummelplatz für Hersteller und Großhändler. Hier findest du garantiert sofort den persönlichen Kontakt.

3.    Finde seriöse Dropshipping-Partner.

Sorge für eine direkte Geschäftsbeziehung zu deinem Dropshipping-Großhändler, um Konditionen, Margen oder die Retourenabwicklung auszuhandeln. Achte darauf, dass deine Dropshipping-Händler den Verkauf an die Öffentlichkeit ausschließen und nur an Wiederverkäufer liefern. Wundere dich nicht: In der Regel wird von dir deshalb ein Nachweis über deine gewerbliche Tätigkeit verlangt.

Sei misstrauisch, wenn es um monatliche oder einmalige Gebühren allein für die Vertragsschließung geht. Seriöse Großhändler sind daran nicht interessiert. So etwas klingt eher nach unseriöser „Geschäftemacherei“.

Weil du ein Fuchs bist und dich nicht aufs Glatteis führen lässt, schaust du dir die Unternehmen deiner engeren Wahl genau an. Es gibt im Dropshipping-Umfeld einige „schwarze Schafe“ mit unseriösen Angeboten im Internet. Häufig handelt es sich um Zwischenhändler, die mit dem Modewort „Dropshipping“ werben. Sie sind oft nicht in der Lage, dir gute Konditionen und anständige Lieferprognosen zu bieten. Achte also darauf, dass dein Partner mehrere Jahre Erfahrung hat. Hole dir zum Beispiel von der Großhändler-Website die Handelsregisternummer aus dem Impressum.  Unter www.handelsregister.de kannst du einsehen, wie lange das Unternehmen schon im Geschäft ist und ob es echten Großhandel betreibt.

Extra-Tipp 1: Beschränke dich zunächst auf eingetragene Unternehmen oder Kapitalgesellschaften. Eine Garantie ist das nicht, aber für den Start ein Hinweis auf die Stabilität und Verlässlichkeit des Großhändlers.

Extra-Tipp 2: Achte darauf, dass der Geschäftssitz und das Versandzentrum des Großhändlers in Deutschland liegt. So vermeidest du Ärger mit unerwarteten Import-Bedingungen.

4.    Verhandle gute Konditionen.

Stelle dich darauf ein, dass du für Dropshipping-Verkäufe nicht die 100%-ige Marge bekommst, die durch den reinen Verkauf des Artikels erwirtschaftet wird. Schließlich trägt dein Dropshipping-Lieferant die Lagerkosten, die Handlingkosten für die Kommissionierung, die Versandgebühren und ggf. die Retourenabwicklung. Diese Kosten wird er dir – zurecht – in Rechnung stellen.
Deine Aufgabe ist es, bestmögliche Konditionen zu verhandeln, sodass du mit einem Gewinn aus dem Geschäft herausgehst. Des Weiteren muss der Spielraum so groß sein, dass deine Endverbraucher-Preise mit der Online-Konkurrenz Schritthalten können. Sei darauf vorbereitet, dass du Mindestumsätze garantieren musst. Beispielsweise kannst du diese als Vorauszahlung leisten. Übrigens: Großhändler nutzen durch ein hohes Versandaufkommen die Rabatte der Paketdienste. Also fällt in der Regel eine günstigere Gebühr für den Versand an.
Verhandle regelmäßig über deine Konditionen und bleib mit deinem Großhändler in Kontakt. Wenn du beispielsweise steigende Absatzzahlen nachweist, hast du ein positives Argument für bessere Konditionen an der Hand. Auch der Kontakt zu neuen Lieferanten am Markt, den du geschickt im Nebensatz anbringst, kann Wunder wirken.

Retouren in den Griff bekommen

Nachteilig für den Dropshipper sind Retouren. Das ist ganz klar zu sagen. Wo soll beispielsweise der Kunden seine Retouren hinsenden? Zu dir? Zum ursprünglichen Lieferanten? Wenn es sich um eine Bestellung von Artikeln handelt, hinter denen mehrere Lieferanten stehen, sollen die Einzelpakete vom Kunden dann an diese einzeln verschickt werden? Das Problempotenzial kannst du dir an einer Hand ausrechnen. Überlege dir vorher, warum deine Kunden die Artikel zurückschicken und halte die Retourenquote durch Sortimentsverbesserungen so gering wie möglich. Hier sind fünf weitere Tipps:

5.    Präzisiere deine Artikelbeschreibungen.

Formuliere sie so realistisch, dass Kundenerwartungen nicht enttäuscht werden. Stellst du eine Häufung von Rücksendungen für einen bestimmten Artikel fest, dann überprüfe und korrigiere deine Artikelbeschreibung.

6.    Überprüfe die Artikelqualität.

Ist sie enttäuschend, dann nimm den Artikel aus deinem Sortiment. Dasselbe gilt für Artikel mit einem hohen Rücksenderisiko, wie beispielsweise Schuhe oder Kleidung.

7.    Überprüfe die Qualität deines Lieferanten.

Wie lange braucht er für eine Lieferung? Erfahrungsgemäß steigt die Retourenquote mit zunehmender Lieferzeit. Teste auch, in welchem Zustand die Pakete beim Kunden ankommen und wie ansprechend die Artikel darin verpackt sind. Befrage auch deine Kunden.

8.    Lege einen klaren Retourenablauf fest.

Entscheide, ob die Retoure über dich oder über den Lieferanten abgewickelt wird. Wenn die Retouren über dich laufen sollen, dann definiere einen einfachen Ablauf mit geringen Kosten und kleinem Aufwand. Damit sparst du dir Gebühren beim Lieferanten und das könnte am Ende günstiger für dich sein.

9.    Verkaufe Rückgabe-Artikel auf eBay. 

Angenommen, du hast eine Retourenquote, die bei 10% liegt. Bei 20 verkauften Artikeln kommen 2 zurück. Angenommen, du verdienst 25% am verkauften Artikel. Der Artikel kostet 52,50 Euro im Einkauf. Dein Verkaufspreis liegt bei 70,00 Euro und du hast einen Gewinn von 17,50 Euro. Bei 20 verkauften Artikeln hast du also 18 mal 17,50 Euro = 315,00 Euro verdient. Selbst wenn du die zwei Artikel aus der Retoure wegwirfst, bleiben dir 210,00 Gewinn. Dann kannst du die Artikel auch auf eBay verkaufen und deinen Gewinn vergrößern.

Mit Geduld & Erfahrung zum Dropshipping-Profi

Vom Dropshipping-Geschäft wirst du zunächst kaum leben können. Dafür sind die Margen zu gering. Viele Online Händler nutzen Dropshipping zur unkomplizierten Sortimentserweiterung oder als Nebenverdienst zu einem hauptberuflichen Einkommen.

10.    Übernimm dich nicht gleich zu Beginn.

Bleibe erst einmal bei einem Großhändler und einem kleinen Angebot an Artikeln. Teste ausgiebig, wie gut du damit zurechtkommst und richte dir die Arbeit so gemütlich wie es nur geht ein. Wenn du auf sichereren Füßen stehst und Spaß am Dropshipping-Handel hast, bleibt noch genügend Zeit zu expandieren. 

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